Vorhang auf – und Tür zu?

Nicht alle Läden werden dauerhaft öffnen, wenn die Corona-Nebel sich verziehen: Branchenbeobachter fürchten, dass im Einzelhandel bis zu ein Drittel der Geschäfte schließen könnten. Drei Hürden sind es, die jetzt übersprungen werden müssen: Kundenkommunikation, Liquiditätssicherung und Standortgestaltung. Christian Saxenhammer erläutert seine Erkenntnisse zu diesem Thema.

01.04.2021

Das Kompetenzzentrum Handel, das im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie den deutschen Mittelstand in allen Fragen der Digitalisierung unterstützt, fördert die Entwicklung flexibler und innovativer Überlebensstrategien während der Vollsperrung.

Das 150 Jahre alte traditionelle Familienunternehmen Van Dorp aus Bonn vertreibt alles rund um die Kochkultur für Tisch und Tafel. Im Sommer 2020 hat sich das Unternehmen auf eine digitale Reise begeben, um für das Weihnachtsgeschäft und weitere Schließungen gerüstet zu sein. Über ein staatliches Förderprogramm wurde die technische Umsetzung des Onlineshops finanziert, ein Lieferservice mit Lastenrad und Studenten eingerichtet und die Sichtbarkeit für die Kunden vor Ort in den Social-Media-Kanälen sichergestellt. Click & Collect, Click & Meet – alles ist möglich und wird aktiv genutzt.

Kundenkommunikation, Liquiditätssicherung und Standortgestaltung sind die drei zentralen Themen, über die sich Händler jetzt den Kopf zerbrechen müssen.

In Sachen Liquiditätssicherung will der B2B-Großhandelsmarktplatz Ankorstore dem Handel helfen. Die europaweite Plattform ist erst im Februar 2020 gestartet und hat bereits über 30.000 Kunden und Hersteller, davon 8.000 in Deutschland. Neben einer Vielzahl von Marken und Produkten, die vor allem kleinen und unabhängigen Händlern helfen sollen, sich zu differenzieren und ihr Sortiment zu erweitern, lockt Ankorstore mit attraktiven Zahlungsbedingungen ohne Vorkasse, 60-Tage-Zahlungsziel oder Ratenzahlung, kostenloser Lieferung ab 300 Euro und drei Prozent Rabatt.

Eine aktuelle Studie von Bazaarvoice, einem führenden Anbieter von Produktbewertungen und nutzergenerierten Inhalten, zeigt, dass die Deutschen dem stationären Handel auch in Zukunft unbedingt treu bleiben wollen. 46 Prozent der Befragten gaben im Februar 2021 an, ihre Einkäufe im stationären Handel zu tätigen, vor allem aus haptischen Gründen (44 Prozent) und wegen der direkten Verfügbarkeit der Ware (26 Prozent).

Christian Saxenhammer, Unternehmensberater für Finanzen in Berlin, sieht die Überlebenschancen vieler Geschäfte dennoch kritisch. “Alles, was nicht frisch und verderblich ist, wird mittelfristig ins Internet gehen. Die Bequemlichkeit steht im Vordergrund. Nur die Spezialisierung wird einige retten.” Saxenhammer rät großen Einzelhändlern, sich Online-Know-how einzukaufen, wenn sie noch die Liquidität dafür haben, und die Fördermittel für die Digitalisierung aus den Überbrückungshilfen maximal auszuschöpfen.

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