7 Fragen an Felix Engelhardt, Managing Director von Saxenhammer & Co.

Unterstützung durch Technologie im Bereich der Marktakquise, härterer Wettbewerb im Small und Midcap Segment und der Einfluss der aktuellen Lage der Finanzmärkte - diese und weitere Themen werden im Interview beantwortet.

DealCircle Talks / 03.09.2021

Lieber Felix, nachdem du in den letzten Jahren das M&A-Geschäft einer Fintech M&A Plattform aufgebaut und verantwortet hast, bist du seit einigen Monaten Geschäftsführer bei Saxenhammer. Was hat dich an dem Wechsel gereizt?

Saxenhammer verfügt über ein international erfahrenes Team mit klarem Beratungsfokus. Als Investmentbank für den Mittelstand sind wir fest im deutschsprachigen Mittelstand verankert. Mit dem Wechsel zu Saxenhammer und der Leitung der neuen Digital Unit habe ich die Möglichkeit bekommen, die Zukunft einer führenden Investmentbanking Boutique in einer sehr spannenden Zeit mitgestalten zu dürfen. Besonders reizvoll finde ich, die jahrzehntelange Erfahrung mit State of the art-Technologie zu verbinden.

Saxenhammer ist traditionell bekannt für Distressed-M&A Mandate. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit, oder?

Saxenhammer hat seine Wurzeln im Distressed-M&A – das ist richtig. In den letzten Jahren haben wir ein breites Leistungsspektrum mit ausgezeichneter Expertise in anderen Bereichen aufgebaut und der ehemalige Fokus ‚Distressed‘ macht heute nur noch einen kleinen Teil der gesamten Investmentbank aus. Der Fokus liegt heute auf der Beratung von Unternehmensverkäufen und Kapitalerhöhungen bzw. Fundraises auf der Sell-side, für technologieaffine Wachstumsunternehmen oder Hidden Champions im klassischen Mittelstand, sowie auf Zukäufen, Suchmandaten und Fremdkapital Beratung auf der Buy-side.

Wie versucht ihr bei Saxenhammer den M&A-Prozess zu digitalisieren und effizienter zu machen?

Um das beratungsintensive Geschäft einer klassischen M&A-Boutique mit modernen Tools und digitalen Arbeitsmethoden zu ergänzen, haben wir uns für den Aufbau der Digital Unit entschieden. Mit Hilfe geeigneter Technologien werden viele administrative Themen effizienter abgebildet und ein besserer Austausch und Zugang zu Wissen ermöglicht, wodurch wir als Berater mehr Zeit für das Wesentliche – unsere Mandanten und den M&A-Prozess – haben.

Wie kann Technologie im Bereich der Mandatsakquise unterstützen?
Beim Dealsourcing ergeben sich insbesondere durch moderne CRM-Systeme und kollaborative Tools große Möglichkeiten. Dadurch schaffen wir es, das Wissen und Netzwerk der verschiedenen Teams und Standorte von Saxenhammer für alle Mitarbeiter zugänglich zu machen. Schlussendlich erhöhen wir die Beratungsqualität mit Hilfe von Technologie. Dadurch können wir uns beim Golfen auf das Spiel konzentrieren und sind nicht abhängig dort Mandate zu akquirieren.

Der Wettbewerb im Small und Lower-Midcap Segment wird immer härter. Was macht ihr, um im Wettbewerb zu bestehen?

Die Branchenexpertise von Saxenhammer aus bereits mehr als 230 erfolgreich abgeschlossene Transaktionen – davon allein 50 Transaktionen in den letzten drei Jahren spricht dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unsere Erfahrung, der persönliche Zugang zu den Käufern, auch über unsere Industrieexperten und echter Fokus auf den Mittelstand werden auch in Zukunft weiter die Basis für uns darstellen. Digitalisierung hilft uns dann diese Themen besser für die Klienten einsetzen zu können, als andere M&A Häuser das hinbekommen. Unsere deutlich über dem Branchendurchschnitt liegende Erfolgsquote von über 90% aller jemals angenommenen Mandate zeigt mit wie viel Einsatz und Hingabe wir jedes einzelne Mandat beraten. Der Erfolg unserer Klienten ist der größte Deal für uns!

Die Finanzmärkte scheinen derzeit entkoppelt zu sein von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Was erwartest du für den M&A-Markt in den nächsten Monaten?

Der M&A-Markt hat sich seit Jahresbeginn großartig entwickelt – ein Trend, der sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Wir haben noch nie so viele Gespräche mit potenziellen Käufern geführt wie in der aktuellen Zeit. Der Markt bietet aktuell ideale Chancen einen M&A-Prozess anzustoßen. Interessanterweise würde ich diese Aussage aktuell sogar sowohl für die Sell-side als auch für die Buy-side treffen. Die Kaufpreise sind moderat hoch, die Nachfrage stimmt und es gibt genügend Verkäufer, die einen Partner suchen für die Altersnachfolge oder für weiteres Wachstum. So finden aktuell besonders viele Parteien zueinander. Zusätzlich erkennen Finanzinvestoren immer mehr die vielseitigen Chancen und Potenziale von Transaktionen im Mittelstand. Auch dieser Trend wird den M&A-Markt weiter beflügeln. Es sollte aber weiter bedacht werden, dass ein guter M&A Berater nicht nur an den Kaufpreis denkt, sondern die Verhandlungen auch zukunftsgerichtet führt und dadurch die Transaktion den Parteien in schlechteren Zeiten nicht auf die Füße fällt.

Welche Transaktion macht dich besonders stolz?

Jede Transaktion ist einzigartig und hat seinen ganz eigenen Charme. Eine besondere Transaktion war sicherlich der Verkauf von YellowFox an ECM Equity Capital Management zu Beginn dieses Jahres. YellowFox ist der Technologie-Marktführer im deutschen Telematik Markt. Trotz der Corona-Krise schafften wir es, den Kaufpreis zu maximieren und eine hohe Bewertung zu erzielen. Das finale Angebot lag deutlich über den ursprünglichen Kaufpreiserwartungen der Gesellschafter.

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